Ein weltweit führender Anbieter von Flurförderzeugen, Lagertechnik und Automatisierungslösungen stand vor der Herausforderung, seinen Produktentstehungsprozess (PEP) weiterzuentwickeln. Der bestehende Prozess war zwar etabliert, aber nach sechs Jahren nicht mehr auf dem neuesten Stand. Zwischenzeitlich hatten sich technologische Möglichkeiten, organisatorische Strukturen und Marktanforderungen erheblich verändert: Die digitale Transformation nahm Fahrt auf, Transparenz und Time-to-Market wurden wichtiger – und das Unternehmen wuchs durch internationale Expansion und die Integration neuer Geschäftsbereiche zu einem Komplettanbieter für Intralogistik.

Ausgangssituation

für globale Anforderungen und höhere Marktdynamik

Unser Kunde – einer der weltweit führenden Anbieter von Flurförderzeugen, Lagertechnik und Automatisierungslösungen – verfügte über einen etablierten Produktentstehungsprozess (PEP), der zu Projektstart rund sechs Jahre alt war. In dieser Zeit hatte sich viel verändert: Die Prozesslandschaft war weiterentwickelt worden, neue digitale Technologien rückten in den Fokus, die Anforderungen an Geschwindigkeit und Transparenz stiegen. Gleichzeitig hatte sich die Organisation internationalisiert und professionalisiert – u. a. durch die Integration von Unternehmen die alle Dimensionen der Intralogistik abdecken.

Die Herausforderungen waren vielfältig:

  • Die Time-to-Market musste signifikant reduziert werden.
  • Unterschiedliche PEP-Logiken für Maschinen- und Anlagenentwicklung erschwerten die Zusammenarbeit.
  • Fachbereiche arbeiteten oft in getrennten Bahnen – echte crossfunktionale Projektarbeit war die Ausnahme.
  • Die Verantwortung in Projekten war häufig diffus – trotz klarer Abläufe.

Die zentrale Frage war: Wie kann ein zukunftsfähiger PEP aussehen, der sowohl global funktioniert als auch den realen Anforderungen im Tagesgeschäft gerecht wird?

Vom Prozess zum Mindset:

Der PEP als Treiber für echte Projektverantwortung

Unser Ansatz

Wir starteten mit einer fundierten Analyse – gemeinsam mit den Fachbereichen. In SIPOC-Workshops machten wir die bestehenden Abläufe, Schnittstellen und Reibungsverluste sichtbar. Dabei wurde schnell klar: Der neue PEP muss mehr sein als ein überarbeiteter Prozess. Er muss ein neues Mindset fördern – mit echter Projektverantwortung, integrierter Planung und einem klaren Fokus auf Ergebnisse.

Drei Hebel für wirksamen Wandel:

Struktur, Klarheit und gemeinsames Handeln

1. Strukturelle Neugestaltung:

  • Auflösung der klassischen Bereichsbahnen und Umstellung auf crossfunktionale Wertströme, z. B. die Teilebeschaffung als gemeinsamer Prozess von Entwicklung, Einkauf, Qualität, Logistik und Produktion.
  • Integration der Perspektiven aus Maschinen- und Anlagenentwicklung in einem konsistenten Modell.

2. Konkreter werden, Klarheit schaffen:

  • Deliverables wurden nicht mehr über Tätigkeiten („Plan erstellt“) definiert, sondern über deren Wirkung und Relevanz im Projekt („kritischer Pfad verstanden, Maßnahmen aufgesetzt“).
  • Jedes Arbeitsergebnis erhielt klare Akzeptanzkriterien und eine definierte Verantwortlichkeit.

3. Integrierte Projektplanung und Arbeiten mit Prämissen:

  • Die klassische Planung wurde abgelöst durch ein gemeinsames, teamübergreifendes Vorgehen mit Prämissen.
  • Risiken wurden nicht mehr als „Berichtspflicht“ gesehen, sondern als Ausgangspunkt für aktive Steuerung.
  • Eine zentrale Neuerung war die Einführung regelmäßiger Terminklausuren, in denen Projektteams gemeinsam Planungen, Prämissen und Fortschritt reflektieren.

Dazu kam ein maßgeschneidertes Tailoring-Konzept: Je nach Produkt-, Markt- und Projektrisiko wurde der PEP angepasst – so viel wie nötig, so schlank wie möglich.

Pilotierung & Rollout

Der neue PEP im echten Projektalltag verankert

Der neue PEP wurde nicht am Reißbrett implementiert. Er wurde gemeinsam mit Kunden-Teams entwickelt, pilotiert und kontinuierlich verbessert – an echten Projekten, mit realen Herausforderungen. Piloten fanden an den wichtigsten Entwicklungsstandorten statt: in Deutschland, Frankreich, Italien und China.

Trainings und Change-Maßnahmen:

  • Mehrtägige Schulungen für alle Rollen, die methodische Tiefe mit aktiver Anwendung kombinierten
  • Begleitendes Coaching von Projektleitern und Entscheidungsgremien
  • Integration in die bestehende Toolwelt
  • Schulungsvideos und Roadshows zur nachhaltigen Verankerung

Ein besonders prägender Moment:

In einer Rollenschulung unterstützte eine Linienführungskraft aktiv die Teilnehmer – und erkannte im Dialog, wie sehr sich sein Führungsverhalten ändern würde, wenn er echte Projektverantwortung delegiert. Diese Szene war so authentisch, offen und unterhaltsam, dass sie zum „Running Gag“ wurde – und gleichzeitig zum Sinnbild für den Wandel.

Ergebnisse

15 % schneller am Markt –
mit mehr Klarheit, Verantwortung und Teamspirit

Die Wirkung des neuen PEPs zeigte sich schnell und deutlich – sowohl in Zahlen als auch im Miteinander:

  • Reduktion der Time-to-Market um 15 % – ohne Qualitätseinbußen
  • Signifikant weniger SOP-Verschiebungen, weil Risiken früher erkannt und gesteuert wurden (z. B. durch Variantenreduktion im Anlauf)
  • Höhere Erfolgsquote in Meilensteinentscheidungen, weil Entscheidungsgrundlagen klarer und belastbarer waren
  • Motiviertere Teams, weil Verantwortung wirklich spürbar übergeben wurde
  • Ausweitung auf Startups, die während der Projektlaufzeit übernommen wurden – der neue PEP war flexibel genug, auch neue Unternehmen schnell einzubinden
  • Verbesserte Integration von Hardware- und Softwareentwicklung durch gemeinsame Releaseplanung

Was CO Improve ausgezeichnet hat

Mehr als Beratung: Drei Jahre Veränderung auf Augenhöhe

Die Zusammenarbeit mit dem Kunden war über drei Jahre hinweg intensiv, partnerschaftlich und geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Wir wurden als Teil der Organisation wahrgenommen – nicht als externe Berater.

Was dabei besonders geschätzt wurde:

  • Unser konsequenter Fokus auf lösungsorientierte Umsetzung statt Methodendogmatik
  • Unsere Fähigkeit, Veränderungen anschlussfähig zu gestalten – kulturell, sprachlich, organisatorisch
  • Unsere interkulturelle Kompetenz – gerade auch in den USA und China
  • Und nicht zuletzt: die Sprache, die wir sprechen – klar, direkt, partnerschaftlich

Das Feeback

"Ihr macht es nicht nach Lehrbuch – ihr macht es so, dass es zu uns passt." (sinngemäße Rückmeldung vieler Kunden-Beteiligter)

Unsere Kunden

Ihre Zufriedenheit

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„Wir haben unsere Change-Initiative KPDO (KION Product Development Optimization) gemeinsam mit CO Improve erfolgreich auf den Weg gebracht – mit sehr professioneller & ganzheitlicher Unterstützung und viel Einfühlungsvermögen. Stakeholder sind von Beginn an eingebunden worden, Optimierungen sind konzeptionell erarbeitet sowie später konsequent und erfolgreich implementiert worden. Wesentliche Erfolgsfaktoren: Der zielorientierte Einsatz der CO Improve Experten aus unterschiedlichsten Fachbereichen und deren Stärke mit allen Ebenen auf Augenhöhe zu kommunizieren – sei es mit unseren Vorständen oder Geschäftsführern wie auch mit Mitarbeitern aus verschiedensten Fachbereichen. Die entstandenen neuen Wege werden uns in allen Bereichen der Produktentstehung helfen unsere Effizienz und Effektivität nachhaltig zu steigern.“

Astrid Janke

Vice President Product and Technology Strategy and KPDO Initiative, KION Group

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„Zusammen mit den CO Improve Beratern haben wir unseren Produktentstehungsprozess an die sich ändernden Anforderungen und weltweiten Strukturen angepasst. Dabei ist es gelungen den aktuellen Prozess, unter Beibehaltung der Stärken, mit Best Practice der verschiedenen Standorte zu kombinieren und mit der Branchen- und Fachexpertise von CO Improve weiterzuentwickeln. Wir verbessern dadurch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit, verschlanken die Prozesse und stärken die Autonomie der Teams. Die Umsetzungskompetenz von CO Improve hilft uns bei der nachhaltigen Umsetzung der Ergebnisse an unseren verschiedenen Standorten weltweit.“

Jürgen Schniewind

Vice President Product Development Counterbalance, Linde Material Handling EMEA Projects