Scoring-Modell

In der Regel gibt es in jedem Unternehmen mehr Vorschläge für Produktentwicklungsprojekte als verfügbare Ressourcen. Wie wählt man also unter den vielen alternativen Vorschlägen die richtigen aus?

Das Scoring-Modell

Ein pragmatisches Vorgehen ist ein Scoring-Modell mit drei Bewertungsdimensionen vor. So können Sie ihre Projekte in eine Rangfolge bringen, die den Wertbeitrag Ihres Produktentstehungsbudget maximiert:

  1. Barwert des Deckungsbeitrags
  2. Strategiebeitrag
  3. Risikobewertung

In einem Scoring Modell (Nutzwertverfahren) werden diese drei Kriterien für jedes Projekt einzeln bewertet, z.B. von 1-10, dann mit einer vorher festgelegten Gewichtung multipliziert und anschießend addiert. So erhält jedes Projekt einen Punktwert, der seiner Priorität in der Projektliste entspricht. Sie kumulieren die benötigten Ressourcen für die Umsetzung der Projekte und ermitteln die Grenze, an dem Ihre selbst festgelegte Auslastungsgrenze (Work-In-Progress-Limit) überschritten wird. Die darüber befindlichen Projekte können Sie durchführen. Die anderen nicht.

Barwert des Deckungsbeitrags

Hier hat jedes Unternehmen seine eigene ganz spezifische Deckungsbeitragsrechnung. Sie bestimmen, welchen Deckungsbeitrag Sie heranziehen wollen. Bauen Sie eine Business Case-Vorlage auf, die Schätzungen zu den zu erwartenden Absatzzahlen und Verkaufspreisen enthält. Setzen Sie diese dann in Relation zur Unterlassensalternative. Auf der Haben-Seite dürfen Sie nur bewerten, was Ihnen das jeweilige Produkt an zusätzlichem Umsatz und Deckungsbeiträgen generiert. Auf der Kostenseite bewerten Sie die mit der Entwicklung und Markteinführung entstehenden Einmalkosten des Projektes.

Strategiebeitrag

Um eine subjektive und vielleicht auch manipulative Bewertung des Strategiebeitrags eines Projektes zu vermeiden, schlagen wir eine einfache Matrix vor. Listen Sie in den Spalten dieser Matrix die konkreten Geschäftsziele des Unternehmens oder Ihres Geschäftsbereichs auf. Gewichten Sie die einzelnen Ziele. Listen Sie nun alle zu bewertenden Projekte in den Zeilen der Matrix auf. Tragen Sie dann in den jeweiligen Zellen den Strategiebeitrag jedes Projektes zu jedem strategischen Ziel ein. Z.B. 0=kein Beitrag, 1=niedriger Beitrag, 3=mittlerer Beitrag, 9=hoher Beitrag. Bilden Sie die Produktsumme aus dieser Bewertung und der jeweiligen Gewichtung des strategischen Ziels. Sie erhalten einen Wert für den Strategiebeitrag. Setzen Sie diesen Wert noch in Relation zum Projektbudget, so erfahren Sie, wie viel Strategiebeitrag Sie pro eingesetztem Euro erhalten.

Risikobewertung

Die Risikobewertung sollte möglichst umfassend erfolgen. Berücksichtigen Sie Entwicklungsrisiken z.B. bezogen auf technologische oder konzeptionelle Risiken; Marktrisiken bezüglich der erwarteten Absatz- und Preisentwicklung; Vertriebsrisiken bezüglich der Kapazitäten und Kompetenz Ihrer Vertriebsmannschaft für das neue Produkt; Budgetrisiken.

Ihr Nutzen

  • Sie priorisieren Ihre Projekte
  • Sie maximieren so den Wertbeitrag Ihres Produktentstehungsbudgets
  • Sie bekommen eine aussagekräftige Risikobewertung
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