Agile Führung und agile Kultur

Ein Unternehmen braucht Führung. Aber ebenso wie sich die Arbeitsweise an der Basis ändert, indem Teams ganzheitliche unternehmerische Verantwortung übernehmen, muss sich auch das Führungsverhalten der Manager ändern. Agiles Arbeiten braucht agile Führung und agile Führung braucht eine agile Kultur. Zusammen stärken diese drei Elemente die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auch unter sich ändernden Rahmenbedingungen. Damit sind sie ein wichtiger Bestandteil einer resilienten Organisation.

Agile Führung

Der Fokus der agilen Führung liegt darauf, das Umfeld der Mitarbeiter so zu gestalten, dass sie beste Ergebnisse erreichen. Der Führungsstil, der sich besonders durch diese Fähigkeit auszeichnet, heißt Catalyst Leader.

Der Unterschied dieses Führungsstils im Vergleich zu einer stark ausgeprägten fachlichen Führung (Expert Leader) oder eines Managers, der überwiegend durch Zielsetzungen führt (Achiever Leader) liegt hauptsächlich darin, dass der Catalyst Leader die fachlichen Inhalte und die Ziele dem Mitarbeiter bzw. dem Team überlässt. Er konzentriert sich darauf, das Umfeld des Mitarbeiters und des Teams so gestalten, dass das Team beste Arbeitsergebnisse erreicht. Der Catalyst Leader gibt beispielsweise keine Ziele vor, sondern sorgt dafür, dass seine Mitarbeiter alle Informationen zur Verfügung haben, um sich selbst ambitionierte Ziele setzen zu können.

Eine wichtige Voraussetzung dazu ist, dass die Mitarbeiter den Zweck ihres Handelns verstehen. Idealerweise wird dieser Zweck in Form einer sinnstiftenden Vision ausgedrückt, die den Mitarbeitern eine klare Orientierung für ihr Handeln gibt. Visionen kann es auf Ebene des gesamten Unternehmens, aber auch auf der Ebene einzelner Produkte geben. Sie lassen einerseits Spielraum für die Umsetzung im täglichen Geschehen, geben aber doch einen klaren Handlungskorridor vor. Dieser Leadership-Stil fördert bei den Mitarbeitern unternehmerisches Denken und Handeln und ist somit eine wichtige Voraussetzung für dezentralisierte Entscheidungsstrukturen. Das soll aber nicht so verstanden werden, dass ein einzelner Mitarbeiter die Rolle der Führungskraft übernimmt. Es geht vielmehr darum, dass das Team als Ganzes diese Rolle übernimmt.

Die vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen im Team in Verbindung mit einem ausgezeichnet ausgebauten Kommunikationsnetzwerk sind die Basis dafür, dass in kürzester Zeit die richtigen Entscheidungen zu komplexen Sachverhalten getroffen werden. Risiken und Chancen werden ausgewogen bewertet und abgeglichen. Darauf aufbauend wird rasch auf Unvorhergesehenes reagiert. Führungskräfte können und sollen mit ihrem Erfahrungspotenzial in diesen Entscheidungsprozess einbezogen werden, aber sie sollten diesen Prozess nicht manipulieren und vor allem nicht davon ausgehen, dass sie das Ergebnis schon kennen.

Agile Kultur

Die Basis für diese Art der Führung bietet die Y-Theorie aus der von Douglas McGregor 1960 geprägte X-Y-Theorie.

Führungskräfte gehen davon aus, dass die Mitarbeiter engagiert und motiviert sind. Das prägt den Führungsstil insoweit, dass keine unnötigen Kontrollmechanismen implementiert werden müssen. Lenkung, direktive Führung und Sanktionen sind unnötig. Die Führungskraft kann sich vollständig darauf konzentrieren, die drei wichtigsten Treiber von Motivation bei den Mitarbeitern zu fördern.

Unter diesen Rahmenbedingungen wächst eine Vertrauenskultur, in der Mitarbeiter zu kompetenten Unternehmern im Unternehmen wachsen können. Eine Kultur des Vertrauens bedeutet jedoch nicht, dass immer alles richtig ist. Daher ist die produktive Fehlerkultur ein wichtiger Begleiter der Vertrauenskultur. Die Organisation ist auf allen Ebenen offen für Fehler und betrachtet sie als wichtige Quelle für innovatives Lernen und Vermeidung von Fehlern in der Zukunft.
Die dritte kulturelle Säule ist quasi das Bindeglied zwischen Vertrauens- und Fehlerkultur: die positive Feedbackkultur. Gutes Feedback zu geben, ist nicht leicht und selbst erfahrene Führungskräfte tun sich häufig schwer damit. Deshalb gehört es zu einer agilen Kultur, dass die Mitarbeiter aller Ebenen diese Fähigkeit permanent weiterentwickeln. Trainingsprogramme unterstützen diese Entwicklung. Besonders in kritischen Situationen, wenn z.B. (selbstgesetzte) Ziele nicht erreicht werden, hat sich eine positive Feedbackkultur als starkes Element bewiesen, bei Mitarbeitern und Teams ein Höchstmaß an Motivation und Initiative aufrecht zu erhalten. Die Konsequenz daraus ist das, auf was es den Unternehmen ankommt. Wettbewerbsvorteile in jeder Situation.

Der Veränderungsprozess zu mehr agiler Führung und agiler Kultur ist ein wesentlicher Bestandteil der agilen Transformation. Da sowohl der Prozess als auch das individuelle Ergebnis für jedes Unternehmen Neuland sind, ist es zu empfehlen, sich bei dieser Veränderung begleiten und unterstützen zu lassen. Die Berater von CO Improve haben umfangreiche Erfahrungen mit agilen Transformationsprozessen in verschiedenen Unternehmen und Branchen. Neben der fachlichen Expertise in Agilität, kennen sie die Wege, alle Mitarbeiter und Führungskräfte bei dem Veränderungsprozess mitzunehmen und somit eine hohe Akzeptanz zu schaffen.

Ihr Nutzen
  • Sie erreichen eine hohe Mitarbeitermotivation und -initiative.
  • Sie haben zufriedene Mitarbeiter und Führungskräfte.
  • Sie stärken das Images des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber.
  • Sie gewinnen Wettbewerbsvorteile und haben einen höheren Markterfolg.