Im Rahmen eines mehrjährigen Entwicklungsprojekts zur Weiterentwicklung eines innovativen Kühlaufliegers unterstützte CO Improve ein führenden Nutzfahrzeughersteller mit agiler Expertise und methodischer Begleitung. Die Aufgabe bestand darin, die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb eines zentralen Entwicklungsteams strukturell und methodisch zu stabilisieren – mit dem Ziel, die Selbstorganisation zu stärken und die Effektivität in der Produktentwicklung spürbar zu steigern.
Ausgangslage
Holpriger Projektstart durch fehlende Klarheit und Struktur
Zu Projektbeginn war die Zusammenarbeit im Team von fehlender Transparenz, unklaren Rollen und wenig strukturierter Abstimmung geprägt. Entscheidungen wurden verzögert getroffen, Prioritäten wechselten häufig, und es fehlte an einem gemeinsamen Verständnis über Ziele, Arbeitsweise und Verantwortung. Die Time-to-Market war schwer kalkulierbar, da unklare Planung und unzureichendes Feedback aus dem Entwicklungsteam wiederholt zu Schleifen und Verzögerungen führten. Die Einbindung angrenzender Bereiche erfolgte spät oder punktuell, wodurch Abstimmungen erschwert und Nacharbeiten notwendig wurden. Zudem waren Meetings häufig ineffizient – es mangelte an klaren Formaten, Regelmäßigkeit und Ergebnisorientierung. Insgesamt zeigte sich ein hohes Maß an Reibungsverlusten, das die Innovationskraft und Umsetzungsfähigkeit des Teams deutlich hemmte.
Vorgehen und Unterstützung durch CO Improve
Agile Entwicklung mit Struktur, Fokus und Selbstverantwortung verankert
Unsere Begleitung erfolgte über mehr als zwei Jahre in enger Anbindung an das operative Entwicklungsgeschehen. In dieser Zeit wurde ein funktionsfähiger agiler Entwicklungsprozess aufgebaut, der sich gezielt an den Anforderungen der Prototypenphase orientierte. Gemeinsam mit dem Team etablierten wir standardisierte Routinen wie Planning, Daily, Review und Retrospektiven – stets abgestimmt auf die konkrete Arbeitssituation vor Ort. Darüber hinaus wurde ein digitales Projektsteuerungstool eingeführt, das Transparenz über Ziele, Fortschritt und Prioritäten ermöglichte und die Verbindlichkeit im Team deutlich erhöhte.
Ein wesentlicher Hebel war die Einführung einer agilen Etappenplanung, die auf den Lieferobjekten des bestehenden Produktentstehungsprozesses basierte. Dadurch gelang es, die klassischen Entwicklungsvorgaben mit einem inkrementellen Vorgehen zu verknüpfen. Die Teams konnten sich gezielt auf definierte Etappenziele fokussieren und gewannen damit sowohl an Planungssicherheit als auch an Umsetzungsschärfe. Die Etappenplanung wurde zum verbindenden Element zwischen der klassischen Produktstruktur und der agilen Arbeitsweise im Projektalltag.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der konsequenten Förderung von Selbstorganisation: Durch klare Zielbilder, regelmäßige Reflexionsräume und eine bewusste Priorisierung konnten Eigenverantwortung und Teamfokus nachhaltig gestärkt werden. Die Retrospektiven entwickelten sich zu einem wirksamen Instrument kontinuierlicher Verbesserung. Parallel dazu wurde die bereichsübergreifende Zusammenarbeit durch frühzeitige Integration angrenzender Fachbereiche ausgebaut – insbesondere in Vorbereitung auf die Nullserie.
Ergebnisse
Mit Agilität zu mehr Reife, Tempo und Orientierung in der Produktentwicklung
Die agile Arbeitsweise trug entscheidend dazu bei, Planungstreue und Umsetzungsgeschwindigkeit über mehrere Entwicklungszyklen hinweg spürbar zu steigern. Die Zusammenarbeit im Team gewann deutlich an Struktur, Effizienz und Klarheit – der Reifegrad im Umgang mit agilen Prinzipien wuchs sichtbar. Die Produktentwicklung wurde dadurch insgesamt resilienter, transparenter und leistungsfähiger. Durch die Etappenstruktur entstand zusätzlich ein belastbarer Orientierungsrahmen, der das Team sicher durch die Prototypenphase führte und den Übergang zur Nullserie wirksam vorbereitete.
Projektdetails:
Der Einsatz erfolgte am vor Ort am Standort des Kundens über einen Zeitraum von 26 Monaten mit insgesamt 225 Beratungstagen. Die Projektleitung auf Seiten von CO Improve lag bei Andreas Grohmann.
Fazit
Agilität wirkt – besonders in komplexen Entwicklungsumgebungen
Das Projekt belegt, dass agile Methoden insbesonder in komplexen Entwicklungsumgebungen hochwirksam sind – insbesondere dann, wenn sie klug mit bestehenden Prozessen verknüpft werden. Sie schaffen Klarheit, fördern Eigenverantwortung und ermöglichen eine fokussierte, anpassungsfähige Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg.
Unser Auftraggeber
Langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit